Schwimmen für Menschen mit Behinderung

Unter therapeutischem Schwimmen verstehen wir das methodische Erlernen in Einzelanwendung (eine Therapeutin und ein/e TeilnehmerInn im Schwimmbad) von individuellen Schwimmstilen und das einfache Bewegen im Wasser (34-35 °C) für Menschen mit Behinderung.

Die Grundabsicht des therapeutischen Schwimmens besteht darin, mangelndes Vertrauen und Angst mit Hilfe der Wassergewöhnung und Wasserbewältigung zu überwinden, das Selbstbewusstsein und den Spaß an der Bewegung der Schwimmer zu steigern.

Die Menschen mit Behinderung werden exklusiv von der Therapeutin in Einzelanwendung begleitet, so dass eine individuelle und gezielte Förderung bei ungeteilter Aufmerksamkeit gewährleistet ist.
Der bewegungsauslösende Charakter des Mediums und die speziellen Eigenschaften des Wassers, wie Auftrieb und Widerstand, werden bewusst genutzt und können dazu beitragen, psychische und körperliche Störungen des beeinträchtigten Menschen zu lindern.

Bei unserem therapeutischen Schwimmen werden verschiedene Ziele verfolgt:

  • Durch den Auftrieb des Wassers werden Muskeln, Bänder und Gelenke entlastet, wodurch körperliche und psychomotorische Schwächen behandelt und ausgeglichen werden können.
  • Für geistig behinderte Menschen stellt das Schwimmen eine sehr intensive Koordinations- und Gleichgewichtsschulung dar, die ihnen in der Alltagsbewältigung zugutekommt. Fortschritte in diesem Bereich machen sich im Wasser sehr schnell bemerkbar, so dass sich diese Erfolgserlebnisse positiv auf das Selbstvertrauen auswirken.
  • Die Menschen lernen, sich in einer eventuellen Notsituation über Wasser zu halten.
  • Im Sinne des Normalisierungsprinzips werden die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung der Menschen erweitert
  • Bei unserem therapeutischen Schwimmen steht nicht die Beherrschung der perfekten Technik, sondern das praktische Handeln im Vordergrund.

 

Gezielte Übungen gegen den Wasserwiderstand helfen hier, die Muskeln zu kräftigen, die Bewegungsfähigkeit zu steigern und Fehlverhalten entgegen zu wirken. Das spielerische Bewegen im warmen Wasser führt zu freudigem Erleben und Handeln. Der sichere Umgang mit dem Wasser fördert die Koordination und das Selbstbewusstsein.

Dieses Angebot richtet sich an Kinder und Erwachsene mit neurologischen und orthopädischen Grunderkrankungen wie z.B. Zustand nach Infantiler Cerebralparese, spastische Paresen, Schlaganfall, Morbus Parkison, Apraxie...

Eltern und andere Vertrauenspersonen sind immer herzlich eingeladen, mit ins Wasser zu kommen, da es erfahrungsgemäß für die Teilnehmenden einen sehr positiven Effekt hat.